VDST
Hessischer 
Tauchsportverband e.V.
CMAS


 

FB Schulsport

Dr. Werner Diesendorf
Schöne Aussicht 6 D
35578 Wetzlar
Tel 06441-921097

http://schulsport.htsv.de

 

Dr. Werner Diesendorf   
Dr. Werner Diesendorf 

Hurra, die Schule 
  
 
 
   
 


Der Pausengong ertönt, doch die Schüler denken gar nicht daran, den Unterricht zu verlassen. Zukunftsmusik? Nicht ganz, denn heute steht Sporttauchen auf dem Stundenplan. Auf der Wunschliste der Sportaktivitäten steht bei 16% aller Jugendlichen das Sporttauchen ganz oben! Der hohe Freizeit- und Lernwert dieser Sportart ist geradezu Verpflichtung für alle Schulen, innerhalb ihres Sportunterrichts solide Grundlagen zu schaffen. Auch in Anbetracht der Sicherheit ist dies erforderlich, das sehr viele Jugendliche Ihren Urlaub mit den Eltern am Meer verbringen, dort unbeaufsichtigt schnorcheln und sich aufgrund mangelnder Kenntnisse unnötig in Gefahr bringen. Doch wie kommt das Sporttauchen in die Schule? Damit bürokratische und pädagogische Hürden von Lehrern leichter übersprungen werden, gibt es die Hilfestellung der VDST (Verband Deutscher Sporttaucher ) - Sachabteilung Schulsport. Diese kann auf langjährige Erfahrungen zurückgreifen. Bereits 1979 erarbeiteten Lehrer und Hochschullehrer auf dem ersten VDST-Lehrgang "Sporttauchen als Schulsport" gemeinsame Richtlinien, die bis heute ihre Gültigkeit behalten haben. Sporttauchen ist seither ein kontinuierlich gewachsener Bestandteil im Schul- und Hochschulsport geworden und bietet vielfältige Anreize, sich auch nach dem verlassen der Schule oder Hochschule sportlich zu betätigen. Den Hochschulabgängern kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu, können sie doch die entscheidenden Impulse für den Schulsport liefern.

Tauchen im Schulsport bis heute
Anfang der 50er Jahre wurde, nicht zuletzt durch die populären Veröffentlichungen und Filmbeiträge von Prof. Dr. Hans Hass und Jaques Yves Cousteau, das Sporttauchen in Europa bekannt. Im Zuge dieser Begeisterungswelle gründete sich 1954 der Verband Deutscher Sporttaucher und 1959 der Welttauchsportverband der CMAS (Confederation Mondiale des Activites Subaquatiques).

Seit den achtziger Jahren hat sich der Tauchsport mehr und mehr von einem Sport für Individualisten und Abenteurer zu einem Breitensport entwickelt. Überall auf der Welt unterliegen mittlerweile Millionen von Menschen der Faszination freier Bewegungsentfaltung und intensiver Naturnähe unter Wasser. Allein in Hessen schätzt man die Zahl der Tauchsportler auf etwa 50.000 (REUBER 1997).

Gerade in den letzten Jahren finden besonders auch Kinder und Jugendliche zum Tauchsport. Der Drang nach Erlebnis und Abenteuer aber auch die Faszination ‘Sehen unter Wasser’ sind für diese die Hauptmotive. So kann die Sportart Tauchen mit entsprechender, kindgerechter Ausrüstung etwa ab dem 8. Lebensjahr betrieben werden (HOFFMANN 1995). Einer Umfrage nach zu urteilen ist das Tauchen (Schnorchel- und Sporttauchen) auf der Wunschliste der Kinder und Jugendlichen die zweitbeliebteste Sportart (LÜCHTENBERG 1991).

Ein gelungenes Pilotprojekt an der Gesamtschule Giessen-Ost, bei dem das Tauchen in der Jahrgangsstufe 5 sowie in den Unterricht des Leistungskurses Sport mit Erfolg integriert wurde, war für uns Motivation genug, verstärkt auf schulischer Ebene aktiv zu werden. Eine Schulsportbroschüre sowie die Zusicherung kostenloser, materieller und personeller Unterstützung von Projektwochen und Fortbildungsveranstaltungen des HeLP ist nur der Anfang unseres Engagements.


Dr. Frank Reuber

Sachabteilungsleiter Schulsport des Hessischer Tauchsportverband
Oberstudienrat an der Gesamtschule Giessen-Ost
Grundlegendes zur Sportart Tauchen im Schulsport

1. Didaktisch-methodische Überlegungen zur Sportart Tauchen

Die in den letzten Jahren feststellbare Ausdifferenzierung der Bewegungskultur Heranwachsender erfordert eine pädagogisch reflektierte Ausweitung des Inhaltsbezuges von Sportunterricht in Richtung auf die Gesamtheit von Bewegung, Spiel und Sport. Der Schulsport hat mit seiner Orientierung an einem engen Leistungsbegriff und der Dominanz der Perspektive der Leistungsoptimierung nicht der Vielfalt der Sinnbezüge Rechnung getragen, unter denen sich Kinder und Jugendliche inzwischen sportlich betätigen wollen. Obwohl es nicht Aufgabe eines Lehrplans sein kann jeder Modeerscheinung im Sport nachzugehen...
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